Pflege bei Parkinson

Eine Information der Pflege-Akademie der AOK Nordost

Mit einer neuen Pflege-Video-Reihe bietet die Pflege Akademie der AOK Nordost Parkinson-Erkrankten und deren Angehörigen leicht verständliche und fachlich geprüfte Unterstützung für den Alltag. Denn wer an Parkinson erkrankt ist, braucht häufig die Hilfe der Angehörigen. Durch die Erkrankung sind Bewegungen eingeschränkt, das Sprechen und auch Mimik und Gestik fallen schwer. Umso wichtiger ist es, dass die Angehörigen darüber informiert sind, wie sie unterstützen können.

PfiFf PARKINSON: UNTERSTÜTZUNG BEI BEWEGUNGSBESONDERHEITEN

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, die sich besonders auf die Beweglichkeit und die Bewegungskoordination auswirkt. Diese Nervenkrankheit kann im Körper Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungsblockaden hervorrufen.

PfiFf PARKINSON: UNTERSTÜTZUNG BEIM AUFSTEHEN, SETZEN UND HINLEGEN

Die Eigenbewegung des Parkinsonerkrankten ist bei Ortsveränderungen wie dem Setzen, Aufstehen oder Hinlegen bestmöglich einzubeziehen, zu unterstützen und zu fördern.

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT FREEZING UND BLOCKIERUNG IN DER BEWEGUNG

Beim Freezing kommt es mitten im Bewegungsfluss des Parkinsonerkrankten zu einer plötzlichen Bewegungsblockade. Der ganze Körper der betroffenen Person kommt zum Stillstand. Dieser Zustand wird besonders durch Engstellen, wie zum Beispiel Türrahmen sowie durch Ablenkungen oder Stress, verstärkt.

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT DER EINNAHME DER PARKINSONMEDIKAMENTE

Die Parkinsonmedikamente müssen für eine bestmögliche Wirkung nach einem ärztlich vorgegebenen Zeitschema eingenommen werden. Der Einnahmezeitpunkt sollte entweder 30 Minuten vor einer Mahlzeit oder 60 Minuten danach liegen. Die konkrete Medikamenteneinnahme darf nicht mit eiweißreichen Lebensmitteln erfolgen (z. B. Milchprodukte).

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT DEN WIRKUNGEN DER PARKINSONMEDIKAMENTE (WIRKSCHWANKUNGEN)

Die Beschwerden der Parkinsonerkrankung können durch die Parkinsonmedikamente während des Wirkzeitraums deutlich reduziert oder sogar ausgeschaltet werden. Sobald die Medikamentenwirkung nachlässt, zeigen sich die Beschwerden wieder. Dies erklärt die typischen Tagesschwankungen im Befinden einer an Parkinson erkrankten Person.

PfiFf PARKINSON: UNTERSTÜTZUNG BEI DER KOMMUNIKATION UND DEM SPRECHEN

Die zwischenmenschliche Kommunikation verändert sich im Verlauf der Parkinsonerkrankung deutlich. Beim Erkrankten wird das Sprechen leiser, der Gesichtsausdruck erstarrt und die Wahrnehmung von Sprache verändert sich. Um das Verstehen im Miteinander zu fördern, gilt es bei Irritationen gezielt nachzufragen, bevor es zu einer Situationsbewertung kommt.

PfiFf PARKINSON: UNTERSTÜTZUNG BEIM ESSEN UND SCHLUCKEN

Die Bewegungsveränderungen durch die Parkinsonerkrankung wirken sich auch auf das Essen und Schlucken aus. Durch unterstützende Körper- und Kopfhaltung und der passenden Konsistenz der Nahrung kann lange die Selbstständigkeit der erkrankten Personen erhalten werden.

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT TRUGWAHRNEHMUNGEN

Die Parkinsonerkrankung betrifft nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch das Nervensystem. Daher können auch seelische und geistige Beeinträchtigungen wie beispielsweise optische Trugwahrnehmungen auftreten.

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT DEPRESSIONEN

Bei der Parkinsonerkrankung kommt es zu einem Mangel des Botenstoffes Dopamin, welcher auch als Glückshormon bekannt ist. Dieser Mangel kann zu Stimmungstiefs oder auch zu Ängsten bei den Erkrankten führen. Um einen sozialen Rückzug zu verhindern, sind verständnisvolle Bewegungsangebote oder auch Aktivitäten, die Freude auslösen, hilfreich.

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT HIRNLEISTUNGSSTÖRUNGEN, DELIR UND DEMENZ

Im Verlauf der Parkinsonerkrankung kann es zu Veränderungen in der Hirnleistung des Denkens kommen, zur akuten Verwirrtheit (Delir) oder auch zu einer Demenz. Schnell wechselnde Situationen und spontane Veränderungen im Alltag lösen starken Stress aus, da die geistige Flexibilität und Spontanität abnimmt.

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT IMPULSKONTROLLSTÖRUNGEN

Impulskontrollstörungen sind eine mögliche Komplikation der Parkinsonmedikamente. Sie zeigen sich in einem oft schambehafteten, impulsiven Handeln ohne die Möglichkeit zur Selbstkontrolle (z. B. durch Kauf- oder Spielsucht, durch Essattacken oder durch stark gesteigerten Sexualtrieb).

PfiFf PARKINSON: UMGANG MIT SCHLAFSTÖRUNGEN

Schlafstörungen sind bei der Parkinsonerkrankung sehr häufig. Sie haben verschiedene Ursachen, die es im Einzelfall zu klären gilt.

PfiFf – LEBEN MIT DER ERKRANKUNG PARKINSON

Die Parkinsonerkrankung wirkt sich auch auf den gemeinsamen Alltag in der Familie aus. Viele Abläufe verlangsamen sich und die Planbarkeit von Aktivitäten nimmt ab. Wechselnde Gemütslagen und Stressintoleranz sind weitere Herausforderungen für das Zusammenleben.

Pflege-Video-Serie hilft Betroffenen und Angehörigen

Berlin, 28. Februar 2020. Mit einer neuen Pflege-Video-Reihe bietet die Pflege Akademie der AOK Nordost Menschen mit Parkinson und deren Angehörigen leicht verständliche und fachlich geprüfte Unterstützung für den Alltag. Denn wer an Parkinson erkrankt ist, braucht häufig die Hilfe der Angehörigen. Durch die Erkrankung sind Bewegungen eingeschränkt, viele Aktivitäten des täglichen Lebens fallen schwer. Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen und deren Angehörige darüber informiert sind, wie sie sich gegenseitig unterstützen und entlasten können.

Genau hier setzt die für Deutschland einmalige Video Reihe der AOK Pflege Akademie an. In 13 kurzen Filmen informieren Ärzte und Fachpersonal des Parkinson-Zentrums Beelitz-Heilstätten über die Krankheit und deren Ausprägungen, geben gemeinsam mit Betroffenen Tipps und Hinweise, wie Angehörige in bestimmten Situationen den Erkrankten helfen können.

„Wir wollen mit unserer neuen Pflege Video-Reihe dazu beitragen, dass die Angehörigen von Menschen mit Parkinson ein gutes Verständnis für die Krankheit und die Auswirkungen auf die Betroffenen entwickeln“, erklärt Dr. Katharina Graffmann-Weschke, Leiterin der AOK Pflege Akademie. „Denn je mehr Angehörige über Parkinson wissen, umso besser können sie den Alltag für den Betroffenen und für sich selbst gestalten. Ein wichtiger Beitrag für die Pflegekompetenzen zu Hause, aber auch zur Stärkung der eigenen Gesundheitskompetenz“.

Aus ärztlicher Sicht erläutern Prof. Ebersbach und Dr. Thorsten Süß, Chef- und Oberarzt des Parkinson-Zentrums Beelitz-Heilstätten leicht verständlich Ursachen, Symptome und Ausprägungen der Parkinson-Krankheit. Erfahrene Parkinson-Fachpflegekräfte schildern, welche Situationen im Alltag zu Hause besondere Herausforderungen darstellen können. Betroffene und deren Angehörigen berichten aus eigener Erfahrung, welche Unterstützungen notwendig sind und wie sich der Alltag dieser trotz Parkinson gut bewältigen lässt. „Damit erhalten Angehörige konkrete Hinweise, wie sie ihrem an Parkinson erkrankten Familienmitglied sinnvoll und auch unter medizinischen Aspekten richtig helfen können“, so Prof. Ebersbach. „Das gibt mehr Sicherheit im Alltag.“

Die Videos sind ein weiterer Beitrag der AOK Pflege Akademie zur Förderung der Gesundheits- und Pflegekompetenz ihrer Versicherten und Teil der Angehörigen-Filmreihe im Programm „Pflege in Familien fördern“ (PfiFf). In diesem Rahmen hat die AOK Pflege Akademie bereits Themenblätter zu Parkinson herausgegeben.

Die Videos stehen im Webauftritt des PfiFf-Programms (www.aok-pfiff.de/pflegefilme) und auf Youtube (https://www.youtube.com/channel/UCB6jjHZgX9FRAJP0jkQAxNg)

Diese bisher einmaligen Filmreihe zur Krankheit Parkinson wurde im Rahmen der Innovationspartnerschaft zwischen der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse und dem AOK Verlag produziert, die seit einem Jahr be- steht und auf die langjährige Zusammenarbeit zur Entwicklung von innovativen digitalen Qualifizierungs- und Schulungsangeboten aufbaut.

Quelle: https://www.parkinson-beelitz.de/images/dokumente/435/9165/pmparkinson280220.pdf

Die vollständige Pflege-Video-Reihe der Pflege-Akademie der AOK Nordost finden Sie hier:

https://aok-pfiff.de/pflegefilme/pflege-bei-parkinson

Siehe auch: Interview mit Prof. Dr. Georg Ebersbach, Chefarzt des Neurologischen Fachkrankenhauses für Bewegungsstörungen/Parkinson in Beelitz-Heilstätten
https://www.parkinson-beelitz.de/images/dokumente/435/9165/interview-mit-prof-dr-ebersbach.pdf

Nach oben scrollen