Duodopa-Pumpe

Der folgende Beitrag stammt von der Website „www.parkinson-web.de“, eine Kooperation der Gertrudis-Klinik Biskirchen und der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

Eine weitere Möglichkeit der kontinuierlichen dopaminergen Reizung der Dopamin-Rezeptoren ist die Gabe eines L-Dopa plus Carbidopa-Gels (Duodopa) in das obere Teil des Dünndarmes. Die kontinuierliche Verabreichung von L-Dopa mit dem Decarboxylasehemmer Carbidopa direkt in den Aufnahmeort glättet hochgradig die Wirkungsfluktuationen. Die Wirkung auf die Dyskinesien scheint weniger ausgeprägt zu sein. Unter der Duodopa-Pumpe ist eine Monotherapie mit L-Dopa möglich.

In einem operativen endoskopischen Eingriff wird durch die Bauchwand eine dauerhafte Darmsonde gelegt (PEG-Sonde), die mit der Pumpe verbunden ist. Die Pumpe, die mit einer Medikamentenkassette gefüllt wird, wird vom Patienten getragen. Sie gibt kontinuierlich den Wirkstoff in den Dünndarm ab. Auch hier ist eine individuelle Einstellung der Zuführung möglich und ebenso die Gabe von zusätzlichen Dosen. Auch die Duodopa-Therapie ist für den Tag gedacht, abends werden L-Dopa-Retardpräparate verabreicht. Einige Patienten verwenden aber die Pumpe auch über Nacht, mit Nachtabsenkung.

Die meisten Komplikationen betreffen die Sonde. Verschluss, Zurückziehen der Sonde in den Magen, Darmverschluss können auftreten. Bei dem Anlegen der Sonde sind chirurgische Komplikationen möglich. Auch entzündliche Veränderungen im Bereich der Sonde sind bekannt. Eine neurologische Komplikation kann das Auftreten einer Polyneuropathie (Nervenentzündung) sein, diese Nebenwirkung kommt – wenn auch sehr selten – auch bei der L-Dopa-Tablettenbehandlung vor.

Bei therapieresistenten motorischen Fluktuationen und Dyskinesien bleibt noch die Tiefenhirnstimulation (THS) als weitere Therapiemöglichkeit.

Stand April 2012 | Dr. Ferenc Fornadi, Gertrudis-Klinik Biskirchen

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