Wer an Par­kin­son erkrankt, soll­te nicht nur mit Medi­ka­men­ten sei­ne Sym­pto­me kon­trol­lie­ren, son­dern zusätz­lich Sport trei­ben. Das emp­feh­len For­scher um Chris­ti­an Duval an der Har­vard Uni­ver­si­ty im Jour­nal of Parkinson’s Disea­se auf Grund­la­ge einer Meta­ana­ly­se von mehr als 100 Stu­di­en (2016; doi: 10.3233/JPD-160790). 

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Es exis­tie­ren bereits vie­le Stu­di­en, die Sport einen Nut­zen in der The­ra­pie der Parkin­son­erkrankung beschei­ni­gen. Bis­her exis­tie­ren laut der Arbeits­grup­pe jedoch kaum Über­sichts­ar­bei­ten dazu, wel­che genau­en Aspek­te der Erkran­kung beein­flusst wer­den. Grund­sätz­lich kann Sport – wie bei Gesun­den auch – die kogni­ti­ve Funk­ti­on, die Beweg­lich­keit und die kör­per­li­che Fit­ness ver­bes­sern. Die­se Funk­tio­nen sind bei der Par­kin­so­n­er­kran­kung häu­fig stark betrof­fen.

Die Wis­sen­schaft­ler wer­te­ten 106 Stu­di­en aus, die den Effekt von Sport auf die Erkran­kung unter­such­ten und inner­halb der letz­ten 30 Jah­re ver­öf­fent­licht wur­den. Sie grup­pier­ten die Ver­bes­se­rung in ins­ge­samt vier Kate­go­ri­en:

  1. Kraft und Beweg­lich­keit
  2. kogni­ti­ve und phy­si­sche Funk­ti­on
  3. psy­cho­so­zia­le Vor­tei­le
  4. typi­sche Par­kin­son­sym­pto­ma­tik wie Rigor, Tre­mor und pos­tu­ra­le Sta­bi­li­tät

Es zeig­te sich, dass das Trai­ning beson­ders Funk­tio­nen aus der Kate­go­rie eins und zwei ver­bes­ser­te. Rund 55 Pro­zent der Stu­di­en zeig­ten einen posi­ti­ven Nach­weis in die­sen Kate­go­ri­en, wobei sich beson­ders die Kraft und Beweg­lich­keit in den Armen bes­ser­te. Für die Ver­bes­se­rung der Kogni­ti­on konn­ten die For­scher kei­ne kla­ren Schlüs­se zie­hen, wobei sie hier jedoch nur neun Stu­di­en ein­be­zie­hen konn­ten.

Weni­ger signi­fi­kant waren die Ergeb­nis­se auch für die Ver­bes­se­rung der Parkinson­symptome und die psy­cho­so­zia­len Aspek­te der Erkran­kung.

Die Ana­ly­se bele­ge, dass Pati­en­ten mit einer Par­kin­so­n­er­kran­kung von Sport pro­fi­tie­ren kön­nen. Für die Ver­bes­se­rung der Kogni­ti­on und spe­zi­fi­scher Sym­pto­me sei die Stu­di­en­la­ge bis­her jedoch zu gering, wes­halb sich hier wei­te­re Unter­su­chun­gen lohn­ten, so das Fazit der For­scher.

Quel­le: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71598/Warum-Parkinson-Patienten-Sport-treiben-sollten

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