Tai-Chi kann Pati­en­ten mit Mor­bus Par­kin­son zu einem ver­bes­ser­ten Gleich­ge­wicht ver­hel­fen und Stür­ze ver­mei­den. In einer ver­glei­chen­den Stu­die im New Eng­land Jour­nal of Medi­ci­ne (2012; 366: 511–519) wur­den mit einer Vari­an­te der tra­di­tio­nel­len chi­ne­si­schen Bewe­gungs­leh­re bes­se­re Ergeb­nis­se erzielt als mit einem Kraft­trai­ning, einer in der Phy­sio­the­ra­pie vor­herr­schen­den Metho­de.

Tai-Chi, eigent­lich eine alte chi­ne­si­sche Kampf­kunst, ver­bin­det har­mo­ni­sche Bewe­gun­gen des Kör­pers mit einer Medi­ta­ti­on des Geis­tes. Lan­ge als exo­ti­sche, wenn nicht gar eso­te­ri­sche Außen­sei­ter­me­tho­de abge­tan, haben Medi­zi­ner in den letz­ten Jah­ren die the­ra­peu­ti­schen Poten­tia­le ent­deckt, die sich aus den lang­sa­men, flie­ßen­den Bewe­gun­gen des Kör­pers erge­ben, die in einer ruhi­gen und ent­spann­ten Umge­bung absol­viert wer­den.

Die Teil­neh­mer der Stu­die wur­den auf drei Grup­pen ran­do­mi­siert. Die ers­te Grup­pe traf sich zwei­mal wöchent­lich zu einer Tai-Chi-Stun­de. Die Par­kin­son­pa­ti­en­ten lern­ten dort eini­ge sym­me­tri­sche und dia­go­na­le Bewe­gun­gen, bei denen sie Arme und Bei­ne heben und das Gleich­ge­wicht aus­ta­rie­ren muss­ten. Die zwei­te Grup­pe absol­vier­te ein kran­ken­gym­nas­ti­sches Kraft­trai­ning, in der drit­ten wur­den nur Deh­nungs­übun­gen durch­ge­führt.

Es han­del­te sich um eine Kon­troll­grup­pe, die den Ein­fluss der sozia­len Inter­ak­ti­on beim Grup­pen­trai­ning auf­fan­gen soll­te. Hier kam es denn auch über im Ver­lauf der sechs­mo­na­ti­gen The­ra­pie kaum zu Ver­än­de­run­gen. Vie­le Para­me­ter der Beweg­lich­keit ver­schlech­ter­ten sich, wie dies beim pro­gre­dien­ten Ver­lauf der Erkran­kung nicht anders zu erwar­ten war.

Das Kraft­trai­ning zeig­te Wir­kung, doch die Tai-Chi-Grup­pe erziel­te fast über­all die bes­se­ren Ergeb­nis­se. In der dyna­mi­schen Pos­tur­o­gra­phie, dem pri­mä­ren End­punkt, zeig­ten die Pati­en­ten die grö­ße­re Bewe­gungs­frei­heit, bevor sie an die Gren­zen ihres Gleich­ge­wichts kamen.

Sie waren auch bes­ser in der Lage, eine vor­ge­ge­be­ne Bewe­gung durch­zu­füh­ren. Außer­dem konn­ten sie sich ten­den­zi­ell schnel­ler aus einem Stuhl erhe­ben. Schließ­lich kam es zu zwei Drit­tel sel­te­ner zu Stür­zen, was zei­gen mag, dass ihnen der ver­bes­ser­te Gleich­ge­wichts­sinn auch im All­tags­le­ben genutzt hat.

Da die Gleich­ge­wichts­stö­run­gen zu den Sym­pto­men des Mor­bus Par­kin­son gehö­ren, die sich unter der medi­ka­men­tö­sen The­ra­pie nicht ver­bes­sern, ist Tai-Chi für Li eine idea­le Ergän­zung der medi­zi­ni­schen The­ra­pie.

Den gan­zen Arti­kel aus dem Deut­schen Ärz­te­blatt fin­den Sie hier > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49071/Parkinson-Tai-Chi-verbessert-Balance-und-vermeidet-Stuerze

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