In einer gro­ßen Dop­pel­blind­stu­die zeig­ten die For­scher, dass Pati­en­ten im Früh­sta­di­um der Par­kin­son-Krank­heit sechs Mona­te lang regel­mä­ßig zu Hau­se Sport trei­ben kön­nen. Die­se regel­mä­ßi­ge Bewe­gung wirkt sich posi­tiv auf die moto­ri­sche Behin­de­rung aus, ver­gleich­bar mit der Wir­kung her­kömm­li­cher Par­kin­son-Medi­ka­men­te. 

Obwohl bekannt ist, dass Bewe­gung gesund ist, fällt es vie­len Men­schen schwer, ein Trai­nings­pro­gramm über einen län­ge­ren Zeit­raum auf­recht­zu­er­hal­ten. Dies gilt umso mehr für Men­schen mit einer chro­ni­schen Krank­heit wie der Par­kin­son-Krank­heit, bei der kör­per­li­che und geis­ti­ge Ein­schrän­kun­gen zusätz­li­che Hin­der­nis­se dar­stel­len. Die von ZonMW (Nie­der­län­di­sche Orga­ni­sa­ti­on für Gesund­heits­for­schung und ‑ent­wick­lung) finan­zier­te Park-in-Shape-Stu­die hat eine inno­va­ti­ve Lösung für die­se Her­aus­for­de­rung getes­tet. Die Teil­neh­mer wur­den in zwei Grup­pen ein­ge­teilt. Bei­de Grup­pen hat­ten eine Moti­va­tions-App zur Ver­fü­gung, die den Teil­neh­mern Beloh­nun­gen für das Trai­ning bot. Die Kon­troll­grup­pe führ­te nur Dehn­übun­gen durch, wäh­rend die akti­ve Inter­ven­ti­ons­grup­pe ange­wie­sen wur­de, min­des­tens drei­mal pro Woche 30–45 Minu­ten lang mit einem sta­tio­nä­ren Fahr­rad zu Hau­se zu trai­nie­ren. 

Die Heim­trai­ner der akti­ven Grup­pe waren auch mit moti­vie­ren­den Spie­len aus­ge­stat­tet, was das Pro­gramm für die Teil­neh­mer unter­halt­sa­mer und her­aus­for­dern­der mach­te. Die Teil­neh­mer könn­ten bei­spiels­wei­se gegen ihre eige­ne vor­he­ri­ge Leis­tung – einen „Geis­ter­fah­rer“ – oder gegen eine Grup­pe ande­rer Rad­fah­rer antre­ten. Das Sys­tem pass­te den Schwie­rig­keits­grad des Spiels an den Herz­schlag des Pati­en­ten an, sodass die Her­aus­for­de­rung genau rich­tig war. Die Her­aus­for­de­run­gen wur­den auch schwie­ri­ger, als die Teil­neh­mer fit­ter wur­den. 

Dank die­ser moti­vie­ren­den Ele­men­te haben sich die Teil­neh­mer sechs Mona­te lang drei­mal pro Woche treu an das Übungs­pro­gramm für Rad­fah­rer gehal­ten. Nach der Stu­die hat­ten die Fahr­rad­pa­ti­en­ten eine signi­fi­kant bes­se­re kar­dio­vas­ku­lä­re Fit­ness, was vie­le offen­sicht­li­che Vor­tei­le hat. Die moto­ri­sche Behin­de­rung der Rad­sport­grup­pe war eben­falls signi­fi­kant bes­ser: Gemäß dem Gold­stan­dard (dem MDS-UPDRS-Score) erziel­te die Rad­sport­grup­pe im Durch­schnitt 4,2 Punk­te weni­ger als die Kon­troll­grup­pe. Dies ist ein ziem­lich gro­ßer Effekt, der mit dem eini­ger her­kömm­li­cher Par­kin­son-Medi­ka­men­te ver­gleich­bar ist. Dok­to­rand Nico­li­en van der Kolk: „Wir waren posi­tiv über­rascht, dass sich Men­schen mit Par­kin­son so gut an ihr Trai­nings­sche­ma hal­ten konn­ten. Der posi­ti­ve Effekt auf ihre moto­ri­sche Behin­de­rung war auch groß genug, um kli­nisch rele­vant zu sein sehr nütz­li­che Ergän­zung zu den Medi­ka­men­ten. “ 

Die Tat­sa­che, dass die­se Rad­sport­übung voll­stän­dig zu Hau­se statt­fin­den kann, ist ein gro­ßer Vor­teil für die Pati­en­ten, da dies die Durch­führ­bar­keit der Behand­lung erheb­lich ver­bes­sert. Haupt­for­scher Pro­fes­sor Bas Blo­em: „Die­se Stu­die ist sehr wich­tig. Wir kön­nen jetzt erfor­schen, ob viel län­ge­res Rad­fah­ren auch das Fort­schrei­ten der Krank­heit ver­lang­sa­men kann. Außer­dem ist die­ser neue, von uns ent­wi­ckel­te ‚Exergaming‘-Ansatz sehr gut geeig­net, um lan­ge Zeit­räu­me zu errei­chen – lang­fris­ti­ge Ver­bes­se­rung des Trai­nings­ver­hal­tens für Pati­en­ten mit einer Rei­he ande­rer Erkran­kun­gen, die eben­falls von regel­mä­ßi­gem Trai­ning pro­fi­tie­ren könn­ten. “ 

Zeit­schrif­ten­re­fe­renz : 

Nico­li­en M. van der Kolk, Nien­ke M. de Vries, Roy PC Kes­sels, Hil­de Joos­ten, Aeil­ko H. Zwin­der­man, Bart Post, Bas­tia­an R. Blo­em. Wirk­sam­keit von zuhau­se aus­ge­führ­ten und fern­über­wach­ten Aero­bic-Übun­gen bei Par­kin­son: eine dop­pel­blin­de, ran­do­mi­sier­te, kon­trol­lier­te Stu­die . The Lan­cet Neu­ro­lo­gy , 2019; DOI: 10.1016 / S1474-4422 (19) 30285–6 

Quel­le: Rad­boud Uni­ver­si­ty Medi­cal Cen­ter. „Zu Hau­se zu trai­nie­ren, wirkt sich posi­tiv auf Par­kin­son-Pati­en­ten aus.“ Sci­en­ce­Dai­ly. Sci­en­ce­Dai­ly, 12. Sep­tem­ber 2019. <www.sciencedaily.com/releases/2019/09/190912112421.htm>. 

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