Niz­za – Hoch­in­ten­si­ves Inter­vall­trai­ning (HIIT) kann den BDNF-Spie­gel im Serum bei idio­pa­thi­scher Par­kin­son-Krank­heit erhö­hen, was mit einer Ver­bes­se­rung der Lebens­qua­li­tät der Pati­en­ten kor­re­liert. Dies geht aus einer Stu­die her­vor, die heu­te auf dem Inter­na­tio­na­len Kon­gress für Par­kin­son-Krank­heit und Bewe­gungs­stö­run­gen® ver­öf­fent­licht wur­de. 

Es ist all­ge­mein bekannt, dass kör­per­li­che Betä­ti­gung bei Par­kin­son-Pati­en­ten signi­fi­kan­te sym­pto­ma­ti­sche Vor­tei­le haben kann, bei neu­ro­che­mi­schen Wir­kun­gen ist jedoch weni­ger bekannt. Unter der Lei­tung von Pau­li­na Mal­c­zyns­ka und einem For­scher­team in War­schau, Polen, soll­te unter­sucht wer­den, ob HIIT bei Pati­en­ten mit idio­pa­thi­scher Par­kin­son-Krank­heit die Spie­gel des vom Hirn­se­rum abge­lei­te­ten neu­ro­tro­phen Fak­tors (BDNF) erhö­hen wür­de. 

32 Pati­en­ten mit der Dia­gno­se einer idio­pa­thi­schen Par­kin­son-Krank­heit (iPD) wur­den in die Stu­die auf­ge­nom­men, von denen 16 eine 12-wöchi­ge HIIT erhiel­ten, wäh­rend die ande­ren 16 alters­ent­spre­chen­den Teil­neh­mer als Kon­trol­le dien­ten. Pati­en­ten­un­ter­su­chun­gen und Blut­ent­nah­me auf Kon­zen­tra­ti­on von BDNF und Expres­si­on von miR­NA wur­den vor und nach den 12 Wochen gesam­melt. Nach Abschluss des HIIT-Trai­nings hat­ten die Pati­en­ten die Hoehn- und Yahr-Ein­stu­fung gesenkt und die Neu­ro­plas­ti­zi­tät erhöht. Die Ergeb­nis­se zeig­ten erhöh­te BDNF-Spie­gel und sti­mu­lier­te Expres­si­on von miR­NA, die an der BDNF-Expres­si­on betei­ligt ist.

Debo­rah Hall, Lei­te­rin des Pro­gramms für Bewe­gungs­stö­run­gen am Rush Uni­ver­si­ty Medi­cal Cen­ter, erklärt: „Dies ist eine sehr inter­es­san­te Stu­die, die zeigt, was auf phy­sio­lo­gi­scher Ebe­ne bei Pati­en­ten mit PD-Bewe­gung pas­siert. Es ist all­ge­mein bekannt, dass kör­per­li­che Betä­ti­gung bei Par­kin­son und ande­ren neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen bei einer Viel­zahl von Sym­pto­men, kli­ni­schen Sym­pto­men und vom Pati­en­ten berich­te­ten Ergeb­nis­sen von Vor­teil sein kann. Weni­ger bekannt sind die phy­sio­lo­gi­schen Ver­än­de­run­gen auf neu­ro­na­ler oder neu­ro­che­mi­scher Ebe­ne. Dies liegt dar­an, dass es sehr schwie­rig ist, die­se Art von Ver­än­de­run­gen beim Men­schen zu mes­sen, ohne direkt das Gehirn­ge­we­be oder die Gehirn­che­mie zu unter­su­chen, für die eine Gehirn­bi­op­sie oder inva­si­ve Ver­fah­ren erfor­der­lich sind. Es ist bekannt, dass BDNF mit zuneh­men­der Belas­tung zunimmt. Die Ver­än­de­run­gen in der BDNF-miR­NA sind eine zwei­te Bestä­ti­gung dafür, dass BDNF mit der kli­ni­schen Ver­bes­se­rung bei PD-Trai­nie­ren­den zusam­men­hängt.“ 

Obwohl die Stu­die klein war, könn­te sie weg­wei­send für zukünf­ti­ge For­schun­gen sein und sich auf die Behand­lung der Par­kin­son-Krank­heit auf the­ra­peu­ti­scher Ebe­ne aus­wir­ken. Hall fügt hin­zu: „Obwohl Neu­ro­lo­gen ihre Pati­en­ten mit Par­kin­son häu­fig auf­for­dern, Sport zu trei­ben, sind nicht alle Pati­en­ten dazu in der Lage oder bereit, ins­be­son­de­re in Kon­zen­tra­tio­nen, die in vie­len aero­ben Stu­di­en ver­wen­det wer­den. Wenn wir ver­ste­hen, was auf zel­lu­lä­rer oder che­mi­scher Ebe­ne bei die­sen PD-Trai­nie­ren­den pas­siert, die sich kli­nisch ver­bes­sern, kön­nen wir mög­li­cher­wei­se eine Inter­ven­ti­on oder ein The­ra­peu­ti­kum bereit­stel­len, die zu den glei­chen Vor­tei­len füh­ren kön­nen wie Trai­ning ohne Trai­ning.“

Über den Internationalen Kongress für Parkinson-Krankheit und Bewegungsstörungen®

Die Teil­neh­mer tref­fen sich, um sich über die neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­se und Behand­lungs­op­tio­nen für Bewe­gungs­stö­run­gen, ein­schließ­lich der Par­kin­son-Krank­heit, zu infor­mie­ren. Über 5.100 Ärz­te und medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal aus mehr als 95 Län­dern wer­den anwe­send sein, um 2.200 wis­sen­schaft­li­che Abs­trac­ts anzu­se­hen, die von Ärz­ten aus der gan­zen Welt ein­ge­reicht wur­den.

Über die International Parkinson and Movement Disorder Society: 

Die Inter­na­tio­nal Par­kin­son and Move­ment Dis­or­der Socie­ty (MDS), eine inter­na­tio­na­le Gesell­schaft von mehr als 8.500 Kli­ni­kern, Wis­sen­schaft­lern und ande­ren medi­zi­ni­schen Fach­kräf­ten, wid­met sich der Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­ver­sor­gung durch Auf­klä­rung und For­schung. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu MDS fin­den Sie unter www.movementdisorders.org

Medi­en­kon­takt: Eliza­beth Clau­sen, +1 414–276-2145, eclausen@movementdisorders.org 

Quel­le: https://www.movementdisorders.org/MDS/News/Newsroom/News-Releases/News-Release-High-Intensity-Interval-Training-May-Elevate-Serum-BDNF-Levels-in-Parkinsons-Disease.htm

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