Juck­boh­ne (Mucu­na pru­ri­ens – Litho­gra­phie von Fran­cis­co Manu­el Blan­co)

Mucu­na pru­ri­ens (L.) DC., die Kratz- oder Juck­boh­ne aus der Fami­lie der Fabaceae, wird seit Lan­gem als Arznei­pflan­ze in der Ayur­ve­da zur Behand­lung von Stö­run­gen des Ner­ven­sys­tems und ande­rer Erkran­kun­gen ein­ge­setzt. Die aus­ge­präg­ten Wir­kun­gen der Samen­ex­trak­te gegen die Sym­pto­me von Mor­bus Par­kin­son las­sen sich auf den hohen L‑Do­pa-Gehalt (syn. Levod­o­pa) zurück­füh­ren, aber auch neu­ro­pro­tek­ti­ve Wir­kun­gen schei­nen eine Rol­le zu spie­len. Die Neben­wir­kun­gen der Extrak­te sind gerin­ger im Ver­gleich zu syn­the­ti­schem Levod­o­pa; Ursa­che hier­für dürf­ten Begleit­stof­fe sein. M. pru­ri­ens könn­te in der Zukunft – nach wei­te­ren, genau­en Unter­su­chun­gen – eine gro­ße Bedeu­tung in der Behand­lung des Mor­bus Par­kin­son erlan­gen.

Quel­le: Zeit­schrift für Phy­to­the­ra­pie · Aus­ga­be 04 · Volu­me 29 · August 2008
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s‑0028–1086053

Ursprüng­lich stammt die Juck­boh­ne aus Ost­in­di­en mit Kasch­mir und Sikkim, sowie Süd­chi­na, Myan­mar und der Indo­chi­ne­si­schen Halb­in­sel. Ob die Bestän­de auf den Phil­ip­pi­nen und Sri Lan­ka natür­lich oder ein­ge­führt sind, ist unklar. Heu­te ist die­se Art in den gan­zen Tro­pen weit ver­brei­tet.

Die Samen wer­den wegen ihres Gehalts an L‑Dopa bei Par­kin­son-Pati­en­ten ein­ge­setzt.[3][4] 

Quel­le: https://de.wikipedia.org/wiki/Juckbohne

Sie­he auch:

Mucuna pruriens bei Parkinson: eine doppelblinde klinische und pharmakologische Studie

Hintergrund:

Das Samen­pul­ver der Hül­sen­frucht Mucu­na pru­ri­ens wirdseit lan­gem in der tra­di­tio­nel­len ayur­ve­di­schen indi­schen Medi­zin gegen Krank­hei­ten wie Par­kin­son ein­ge­setzt. Wir haben die kli­ni­schen Wir­kun­gen und die Phar­ma­ko­ki­ne­tik von Levod­o­pa (L‑Dopa) nach zwei ver­schie­de­nen Dosen der Mucu­na-Zube­rei­tung bewer­tet und mit Stan­dard-L-Dopa / Car­bi­do­pa (LD / CD) ver­gli­chen.

Methode:

Acht Par­kin­son-Pati­en­ten mit einer kur­zen l‑Do­pa-Reak­ti­on und peri­odi­schen Dys­ki­ne­si­en führ­ten eine ran­do­mi­sier­te, kon­trol­lier­te, dop­pel­blin­de Cross­over-Stu­die durch. Die Pati­en­ten wur­den mit Ein­zel­do­sen von 200/50 mg LD / CD und 15 und 30 g Mucu­na-Prä­pa­rat in ran­do­mi­sier­ter Rei­hen­fol­ge in wöchent­li­chen Abstän­den gereizt. Die Phar­ma­ko­ki­ne­tik von l‑Dopa wur­de bestimmt, und die Uni­fied Par­kin­son Disea­se Rating Sca­le und die Klopf­ge­schwin­dig­keit wur­den zu Beginn und wie­der­holt wäh­rend der 4 Stun­den nach der Ein­nah­me des Arz­nei­mit­tels erhal­ten. Dys­ki­ne­si­en wur­den mit modi­fi­zier­ten AIMS- und Goe­tz-Ska­len bewer­tet.

Ergebnisse:

Im Ver­gleich zu Stan­dard-LD / CD führ­te das 30 g‑Mu­cu­na-Prä­pa­rat zu einem erheb­lich schnel­le­ren Wir­kungs­ein­tritt (34,6 v68,5 min; p = 0,021), was sich in kür­ze­ren Laten­zen bis zur Spit­ze der L‑Do­pa-Plas­ma­kon­zen­tra­tio­nen nie­der­schlug. Die mitt­le­re Ein­schalt­dau­er war mit 30 g Mucu­na 21,9% (37 min) län­ger als mit LD / CD (p = 0,021);Die maxi­ma­len l‑Do­pa-Plas­ma­kon­zen­tra­tio­nen waren 110% höher und die Flä­che unter der Kur­ve Plas­ma­kon­zen­tra­ti­on /Zeit (Flä­che unter der Kur­ve) war 165,3% grö­ßer (p = 0,012). Es tra­ten kei­ne signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in Bezug auf Dys­ki­ne­si­en oder Ver­träg­lich­keit auf.

Schlussfolgerungen:

Der rasche Wir­kungs­ein­tritt und die län­ge­re Ein­wirk­zeit ohne gleich­zei­ti­ge Zunah­me von Dys­ki­ne­si­en bei der For­mu­lie­rung von Mucu­na­sa­men­pul­ver legen nahe, dass die­se natür­li­che Quel­le von L‑Dopa Vor­tei­le gegen­über her­kömm­li­chen L‑Do­pa-Prä­pa­ra­ten bei der Lang­zeit­be­hand­lung der Par­kin­son-Krank­heit haben könn­te. Die Beur­tei­lung der lang­fris­ti­gen Wirk­sam­keit und Ver­träg­lich­keit in einer ran­do­mi­sier­ten, kon­trol­lier­ten Stu­die ist gerecht­fer­tigt.

View Full Text

http://dx.doi.org/10.1136/jnnp.2003.028761

Tei­le: